§ Szenario-Guide
Hotel-Check-in: Portugiesisch, Türkisch, Japanisch und Griechisch im Vergleich
Was am Hotel-Empfang wirklich gesagt wird – auf Portugiesisch, Türkisch, Japanisch und Griechisch. Reservierung, Pass, Schlüssel und Frühstück, Satz für Satz.
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Ein Hotel-Check-in lässt kaum Raum für Improvisation. Fünf Schritte, immer in derselben Reihenfolge, und jedes Hotel der Welt spult sie gleich ab: Begrüßung, Reservierung bestätigen, Pass zeigen, Zimmernummer und Schlüssel bekommen, Frühstückszeit erfahren. Genau diese feste Form macht den Check-in zu einem der Momente, die sich exakt vorbereiten lassen – vorausgesetzt, man übt die Version, die tatsächlich passiert, nicht die aus dem Sprachführer.
Hier ist dieser Ablauf in vier Sprachen, die ihn auf ziemlich unterschiedliche Weise lösen: Portugiesisch, Türkisch, Japanisch und Griechisch.
Der Ablauf selbst
| Schritt | Portugiesisch | Türkisch | Japanisch | Griechisch |
|---|---|---|---|---|
| Begrüßung durchs Personal | Boa noite | İyi akşamlar | いらっしゃいませ (irasshaimase) | Καλησπέρα (kalispéra) |
| „Ich habe eine Reservierung” | Tenho uma reserva em nome de Schmidt | Schmidt adına rezervasyonum var | 予約しているシュミットです (Yoyaku shiteiru Shumitto desu) | Έχω κράτηση στο όνομα Schmidt (Ého krátisi sto ónoma Schmidt) |
| Personal will den Pass sehen | Posso ver o seu passaporte? | Pasaportunuzu görebilir miyim? | パスポートをお願いします (Pasupōto o onegaishimasu) | Μπορώ να δω το διαβατήριό σας; (Boró na do to diavatírió sas) |
| Beim Aushändigen | Aqui tem | Buyurun | はい、どうぞ (Hai, douzo) | Ορίστε (Oríste) |
| Zimmer, Schlüssel, Frühstück | Fica no quarto 402. O pequeno-almoço é das sete às dez. Aqui tem a chave. | 402 numaralı odadasınız. Kahvaltı yediden ona kadar. İşte anahtarınız. | 402号室です。朝食は7時から10時までです。鍵をどうぞ。(Yon-maru-ni gōshitsu desu. Chōshoku wa shichi-ji kara jū-ji made desu. Kagi o dōzo.) | Είστε στο δωμάτιο 402. Το πρωινό είναι από τις εφτά έως τις δέκα. Ορίστε το κλειδί. |
Zwei Dinge fallen auf, sobald man die Zeilen nebeneinanderlegt. Erstens: Türkisch und Japanisch schieben die Reservierung vor das Verb. Schmidt adına rezervasyonum var heißt wörtlich „Auf-Schmidts-Namen meine-Reservierung existiert”, und yoyaku shiteiru Shumitto desu ist so etwas wie „Reservierung-habender Schmidt bin ich”. Kein „Ich habe”, weil beide Sprachen dafür gar kein Subjektpronomen brauchen. Wer diesen Satz bisher nur aus dem Englischen oder einer romanischen Sprache kennt, stolpert genau über diese Umstellung – nicht über die Vokabeln.
Zweitens: Irasshaimase ist keine Begrüßung im deutschen Sinn. Es ist eine feste Servicefloskel, die in jedem japanischen Geschäft, Restaurant oder Hotel zu jeder Uhrzeit fällt, und es ist keine Frage, auf die man antwortet – das Personal sagt sie, Gäste gehen einfach zu ihrem eigenen Anliegen über. Sprachführer, die daraus ein „Guten Abend” zum Zurückgrüßen machen, bauen genau die kurze, unnötige Verlegenheitspause ein, die ein japanischer Gast gar nicht kennt.
Was der Sprachführer auslässt
Klassische Sprachführer verbringen ihr Hotelkapitel damit, ein Zimmer zu erbitten – „Ich hätte gern ein Zimmer für zwei Nächte” –, als würde man am Empfang noch verhandeln. Das macht heute fast niemand mehr. Gebucht wurde online, vor drei Wochen; der erste Satz, den es wirklich braucht, ist der, der eine bereits bestehende Reservierung bestätigt – und genau den behandelt jede der vier Sprachen oben als Eröffnungszug, nicht als Fußnote.
Ein paar weitere Sätze runden den Rest des Aufenthalts ab:
| Wann ist Check-out? | WLAN-Passwort? | Noch eine Nacht? | Wo ist der Aufzug? | |
|---|---|---|---|---|
| Portugiesisch | A que horas é o check-out? | Qual é a palavra-passe do wifi? | Posso ficar mais uma noite? | Onde é o elevador? |
| Türkisch | Çıkış saati kaçta? | Wifi şifresi nedir? | Bir gece daha kalabilir miyim? | Asansör nerede? |
| Japanisch | チェックアウトは何時ですか? | Wi-Fiのパスワードは何ですか? | もう一泊できますか? | エレベーターはどこですか? |
| Griechisch | Τι ώρα είναι το check-out; | Ποιος είναι ο κωδικός wifi; | Μπορώ να μείνω άλλη μία νύχτα; | Πού είναι το ασανσέρ; |
Asansör und ασανσέρ sind kein Zufall – beide Sprachen haben das Wort vor Generationen aus dem französischen ascenseur übernommen, eine kleine Spur davon, wie viel Mittelmeer-Vokabular über dieselben Handels- und Reiserouten gewandert ist. Und im europäischen Portugiesisch heißt es pequeno-almoço, nicht das brasilianische café da manhã – die Quelle hinter diesem Guide ist durchgehend europäisches Portugiesisch, und am Frühstücksbuffet in Lissabon sind die beiden Begriffe nicht austauschbar.
Auch das Wort für Schlüssel hält sich, selbst wenn sich der Gegenstand längst gewandelt hat. Chave, anahtar, kagi, kleidí – jedes davon wird bis heute für eine Keycard genauso benutzt wie für einen Schlüssel aus Messing, und lohnt sich deshalb unabhängig davon, was einem am Empfang in die Hand gedrückt wird.
Vier Sprachen, ein fester Ablauf, und in allen vieren liegt die eigentliche Schwierigkeit an derselben Stelle: nicht im Vokabular, sondern darin, die Antwort schnell genug zu verstehen, um zu wissen, bei welchem der fünf Schritte man gerade steht.
Häufig gestellte Fragen
- Muss ich überhaupt etwas sagen, wenn die Buchung schon im System ist?
- Technisch nicht – aber das Personal lässt dich die Reservierung trotzdem laut bestätigen und will den Pass sehen, und danach kommt meist gleich die nächste Frage nach Frühstückszeit oder Zimmernummer. Wer den ersten Satz kennt, folgt dem Rest, statt nur zu nicken.
- Ist die Höflichkeitsform wirklich nötig, selbst in einer entspannten Pension auf einer griechischen Insel?
- Ja. Der Hotelempfang ist einer der wenigen Orte, an denen die höfliche Anrede fast überall gilt – egal wie leger das Reiseziel sonst wirkt.
- Und wenn ich mir nur einen einzigen Satz für diese Situation merken will?
- Dann den, mit dem du deine Reservierung unter deinem Namen bestätigst. Alles andere am Empfang – Pass, Zimmernummer, Frühstückszeit – folgt daraus, sobald das Personal diesen einen Satz richtig verstanden hat.
- Brauche ich das Wort für ‚Schlüssel‘, wenn die meisten Hotels längst Keycards haben?
- Lern es trotzdem. Das gängige Wort deckt in allen vier Sprachen sowohl die Karte als auch den echten Schlüssel ab – und kleinere Pensionen oder japanische Ryokan-Unterkünfte geben bis heute einen physischen Schlüssel aus.